Politiek als “Walking and Falling"

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Wie zegt dat bezig zijn met Spinoza saai en eenzijdig is? Ik kom via lezen in of over Spinoza telkens weer tot ontdekkingen in heel andere domeinen dan de strikte Spinozistische filosofie. Zo gisteren. Op de voorlaatste bladzijde van Die Immanenz der Macht – Politische Theorie nach Spinoza, waarover ik vandaag een blog schreef, komt Martin Saar met deze beeldspraak om zijn begrip van Spinoza’s politieke theorie waarvoor een taal gevonden moet worden om het dynamische, dikwijls instabiele evenwicht van krachten uit te drukken, samen te vatten:

“Eine politische Theorie nach Spinoza versucht, für diese Dynamik eine Sprache zu finden und die oft instabilen Gleichgewichts-zustände, auf die Politik in dieser Perspektive allein zulaufen kann, beschreibbar zu machen. Arthur Schopenhauer hat mit einer genialen Metapher das Gehen ein kontrolliertes, »stets gehemmtes Fallen« genannt. Was wie eine souveräne Koordination von Bewegungen aussieht, ist doch auch ein Loslassen in den freien Fall, der wieder rechtzeitig aufgefangen wird. Wer sich nicht traut, loszulaufen und sich fallen zu lassen in die nur noch halb beherrschte Bewegung nach vorne, kommt nicht vom Fleck; aber wer keine Kontrolle über dieses kraftvolle Stürzen behält, läuft nicht, sondern fällt einfach hin. Spinozas Theorie der Politik kann uns helfen, ein ähnlich dynamisches Bild für das politische Leben sich selbst regierender Gemeinschaften zu finden. Politik ist ein Kräftespiel, und der Staat kann nur so viel, wie seine Basis, die Menge der Bürgerinnen und Bürger, ihm zu tun erlaubt und ermöglicht. Ein legitimer Staat gewährt größtmögliche Freiheit und garantiert gleichzeitig Sicherheit und Stabilität, aber um der Freiheit willen und nicht auf ihre Kosten. Vernünftige Politik lässt die Kräfte und die Macht der politischen Subjekte gelten und walten und verhindert durch kluge Einrichtungen, dass sie destruktiv werden. Ohne die unbändige konstitutive und revolutionäre Energie, die durch das Zusammenhandeln der politischen Subjekte und das Akkumulieren ihrer Macht entsteht, gäbe es keine Institutionen und keine mit Verbindlichkeit und Beharrungskraft versehene politische Ordnung. Ohne die geschickte, gestaltende Teilung und Kanalisierung der Macht in einvernehmliche Formen zerbräche der soziale Zusammenhalt in die formlose Gefährdung eines rechtlosen Zustands; dort sind Macht und Recht des Einzelnen aber »so gut wie nichts« (TP II 15:29). [p. 425]

In een voetnoot bij het Schopenhauer-citaat geeft hij uiteraard de vindplaats in Die Welt als Wille und Vorstelling (u vindt het wel op internet). In die voetnoot schrijft hij ook: “auf unvergessliche Weise vertont hat sie Laurie Anderson, »Walking and Falling«, Big science, 1982, Warner Bros Records 23674.

Uiteraard vinden we dit op Youtube en graag neem ik deze metafoor van de Spinozistiche politiek volgens Martin Saar in dit blog op. [Hier de afspeellijst van alle tracks van Big Science]